Beginn der Weltklimakonferenz in Polen

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern startete die 24. Weltklimakonferenz (COP24) mit Teilnehmern aus 196 Vertragsstaaten im polnischen Katowice, dem Herz des schlesischen Kohlebeckens. Bereits 2013 fand die Konferenz in der polnischen Hauptstadt statt, da Polens Energieversorgung zu 80% aus Kohle erfolgt.

Ab heute treffen sich die Staats- und Regierungschefs, um politische Erwartungen an die Konferenz zu formulieren und insbesondere ein Signal für „just transition“, den gerechten Übergang in eine klimaneutrale Welt zu setzen. In dieser Woche wird auf Beamtenebene verhandelt. Hierbei sollen Texte, die den Verhandlungen zugrunde liegen, einem größtmöglichen Konsens obliegen. Punkte, bei denen noch keine Einigung erreicht werden kann, werden in der zweiten Woche auf Ministerebene verhandelt. Am Freitag, dem 14. Dezember, sollen die finalen Dokumente vom Plenum der Vertragsstaatenkonferenz beschlossen werden.

Die Europäische Kommission hat im Vorfeld in der vergangenen Woche einen Fahrplan zum Übergang in eine CO2-arme Wirtschaft vorgestellt. Nach den Vorstellungen der europäischen Kommission sollen die Treibhausgasemissionen in der EU bis 2050 um 80% gegenüber 1990 gesenkt werden; bis 2030 sollen es 40% sein, bis 2040 dann 60%.

Hierbei sieht die Kommission in der Stromerzeugung und -verteilung das größte Einsparpotential, da diese bis 2050 nahezu emissionsfrei sein könne, indem fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt werde. Der Verkehrsbereich soll ebenfalls 60% weniger Emissionen erzeugen und die Gebäudeemissionen 90%. Auch die Industrie soll mit einer Reduktion von 80% bis 2050 ihren Teil durch energieeffiziente Technologien dazu beitragen. In der Landwirtschaft hingegen wird jedoch ein Wachstum aufgrund steigender globaler Nachfrage von einem Drittel prognostiziert.

Das Umweltbundesamt hat zudem in der vergangenen Woche aktualisierte Kostensätze vorgelegt, wonach jede emittierte Tonne CO2 Schäden in Höhe von 180 Euro verursacht. Hierzu zählen zerstörte Ökosysteme, aussterbende Tier- und Pflanzenarten, Produktionsausfälle, Ernteverluste oder Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Allein der in Deutschland erzeugte Braunkohlestrom führte demnach 2016 zu Umweltschadenskosten von 31,2 Milliarden Euro oder umgerechnet knapp 21 Cent pro Kilowattstunde.

Als Resultat unseres gemeinschaftlichen Handelns und unserer konsumorientierten Lebensweise wurde 2018 zu einem der heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, wie die Weltorganisation für Meteorologie WMO am vergangenen Donnerstag bekanntgab. Es ist das viertheißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die WMO mahnt hierbei dringlich an, dass die Zeit zum Handeln knapp werde und macht, wie alle anderen seriösen Organisationen und Wissenschaftler auch, den Menschen als Brandbeschleuniger verantwortlich.

Selbst im sonst regenverwöhnten Deutschland wurde 2018 die größte jemals seit Beginn der Aufzeichnung vor 140 Jahren gemessene Dürreperiode gemessen. Die extrem niedrigen Pegelstände der Flüsse sind noch immer spürbar, trotz leicht gestiegener Niederschlagsmengen. Man muss kein Kaffeesatzleser sein, um zu erkennen, was geschehen wird, wenn die Gletscher der Alpen kein Wasser mehr liefern und solche Dürreperioden mehrere Jahre andauern.

Es bleibt daher zu hoffen, dass die Verhandlungen in Katowice erfolgreich sein werden und die Verursacher der globalen Treibhausgasemissionen Wege zur Transition in eine treibhausgasarme Zukunft ebnen. Denn der Klimawandel ist da und wir erleben den Anfang der Auswirkungen bereits jetzt.