Klimawandel aktuell

In der vergangenen Woche warnte der EU-Kommissions-Chef Jean-Claude Juncker seine internationalen Gesprächspartner, dass die EU keinen schwachen und aufgeweichten Weltklimavertrag in Paris unterzeichnen werde. Er erklärte in seiner Rede in Straßburg, dass er einen robusten, bindenden und ambitionierten Weltklimavertrag abschließen möchte.

Fachliche Unterstützung bekommt ein ambitionierter Weltklimavertrag hierbei vom PIK, dem  Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Ricarda Winkelmann stellte als Leitautorin einer Studie über die Folgen der Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas fest, dass die Nutzung aller fossilen Brennstoffquellen der Erde das annähernd komplette Abschmelzen aller Gletscher zur Folge hätte. Dies würde nach Auswertung der Berechnungsmodelle zu einem katastrophalen Meeresspiegelanstieg von bis zu 50 Metern führen und das Leben auf der Erde für die kommenden 10.000 Jahre komplett verändern.

Die Studie führte nochmals auf, welche Folgen das weitere Abschmelzen der Antarktis hat und ruft zu verstärkten Bemühungen für den Erhalt der Ostantarktis auf, welche noch nicht so stark wie die Westantarktis vom Eisverlust betroffen ist.

Letztendlich kam auch diese Studie zu dem Fazit, dass nur ein ambitioniertes Vorgehen zur massiven Treibhausgasreduktion die globale Erwärmung um die bekannten maximalen 2°C sichern könne, wodurch die Folgen des Klimawandels deutlich reduziert würden.

Andere Studien zuvor hatten nicht ganz so drastische Ergebnisse gezeigt, jedoch sind sich alle Forscher über eines einig: der Klimawandel wird zu einem weiteren Anstieg der weltweiten Flüchtlinge führen. Wenn es derzeit bereits 60 Millionen Menschen gibt, die weltweit auf der Flucht sind, kann sich dies unter dem Druck des Klimawandels in den kommenden Jahrzehnten auf 200 Millionen Menschen erhöhen, was zu noch massiveren humanitären Krisen und kriegerischen Auseinandersetzungen führen wird.

Die aktuelle Flüchtlingskrise ist dann nur ein Vorgeschmack auf das, was Europa und die anderen Regionen der Erde bei nicht ausreichend ambitioniertem Vorgehen im globalen Kampf gegen den Klimawandel und dessen Folgen erwartet.